Stern oder Dreieck? Motor anschließen nach Typenschild

230 V oder 400 V: Welche Spannung ist richtig für Deinen Elektromotor? Hier wird erklärt, welche Schaltung Du in unserem Netz verwenden musst:
Kostenloses Erklärvideo zum Motortypenschild und zum Anschluss von Motoren

Ist der Anschluss von Motoren prüfungsrelevant?

Der richtige Anschluss von Elektromotoren ist in der Praxis hoch relevant. Aber ist es auch in der Prüfung ein Thema? Ja, Fragen zum Anschluss von Motoren habe ich schon oft in der Prüfung gesehen. Allerdings ist das vielleicht keine der Standard-Aufgaben so wie Leitungsdimensionierung oder Beleuchtungsberechnung. Dennoch gibt es eine ganz einfache Vorgehensweise, die ich in meinem Video erkläre. Aus meiner Sicht ist es durchaus ein Thema, das es wert ist, sich damit zu beschäftigen – sowohl für die Prüfung, als auch für die Berufspraxis.

Was passiert bei falschem Anschluss?

Bei falschem Anschluss kann der Motor leicht zerstört werden. Wenn beispielsweise die Spannung an einer Wicklung den maximal zulässigen Wert überschreitet, kann die Isolierung beschädigt werden. Darüber hinaus hat das Überschreiten der erlaubten Wicklungsspannung eine stark erhöhte zugeführte Leistung zur Folge, was den Motor ebenfalls zerstören kann.

Das Typenschild richtig lesen

Nennbedingungen feststellen

Der erste Schritt ist es immer, die Nennbedingungen für den Motor festzustellen. Dabei geht es eigentlich darum, die Werte richtig zuzuordnen. In vielen Fällen stehen nämlich zwie Nennströme und zwei Nennspannungen auf dem Typenschild. Außerdem findest Du dort die Symbole für Stern- und Dreieckschaltung.

Der kleinere Spannungs-Wert, in unserem Beispiel also 230 V, gehört immer zur Dreieckschaltung. Schließt man den Motor im Dreieck an ein Drehstromnetz mit einer Außenleiterspannung von 230 V an, so läuft er unter Nennbedingungen. Es fließt dann der größere der beiden Ströme, in diesem Falle 48 A. Wichtig: Die Wicklungsspannung beträgt dann 230 V.

Der größere Spannungs-Wert ist grundsätzlich über den Faktor „Wurzel aus 3“ mit dem kleineren verknüpft. In unserem Fall beträgt er also 400 V.
Schließt man den Motor im Stern an ein Drehstromnetz mit einer Außenleiterspannung von 400 V an, so läuft er unter Nennbedingungen. Es fließt dann der kleinere der beiden Ströme, in diesem Falle 28 A. Wichtig: Die Wicklungsspannung beträgt dann ebenfalls 230 V.

Die maximal zulässige Wicklungsspannung für diesen Motor beträgt also 230 V.

Werte in unserem Drehstromnetz ermittel

Unser Drehstromnetz hat eine Außenleiterspannung von 400 V. Man schaut nun, welche Wicklungsspannungen deshalb in Stern- oder Dreieckschaltung an den den Spulen des Motors anlägen.

Schließt man den Motor im Dreieck an das Netz an, ist die Außenleiterspannung gleich der Wicklungsspannung. In unserem Falle wäre die Wicklungsspannung dann also 400 V. Diese Spannung wäre höher als die erlaubte Spannung. Dieser Motor darf deshalb in unserem Netzt nicht in Dreieckschaltung betrieben werden.

Schließt man den Motor im Stern an das Netz an, ist die Wicklungsspannung gleich der Außenleiterspannung geteilt durch Wurzel aus 3. In unserem Falle wäre die Wicklungsspannung dann also 230 V. Diese Spannung entspräche genau der erlaubten Spannung. Dieser Motor darf also in unserem Netzt in Sternschaltung betrieben werden.

Wo kann ich die Aufgabe herunterladen?

Auch zu diesem Thema stelle ich eine kostenlose Aufgabe (in diesem Falle die Aufgabe 008) zur Verfügung, die Du hier kostenlos herunterladen kannst. Falls Du das Passwort zum Download-Bereich noch nicht hast: Das erhälst Du automatisch, wenn Du „SprichÜberTechnik.de“ hier kostenlos per Email abonnierst. Wie immer empfehler ich, zuerst selbst tätig zu werden. Sportschau gucken gibt ja keine Muskeln! Nur wenn Du dann fertig bist oder es alleine nicht schaffst, solltest Du Dir das Lösungsvideo ansehen. Also los: Ab an den Schreibtisch 🙂

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